Warum ist Krebsvorsorge wichtig?

Krebserkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Leider werden die meisten Krebserkrankungen zu spät erkannt und können dann in diesem Stadium nicht mehr geheilt werden. Das liegt oft daran, dass Krebserkrankungen in der Regel über einen langen Zeitraum hinweg keine Beschwerden verursachen. Wenn der Patient dann wegen Beschwerden zum Arzt geht, ist die Erkrankung oft schon weit fortgeschritten.

Die frühe Erkennung einer Krebserkrankung beim noch beschwerde­freien Patienten ermöglicht in vielen Fällen eine Heilung der Erkrankung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind aus diesem Grund sehr wichtig!

Ein Beispiel ist der Darmkrebs. Er verursacht meist erst Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Stuhlgangsprobleme, wenn der Tumor so groß ist, dass er die Passage des Nahrungsbrei durch den Darm behindert oder wenn Lebermetastasen vorliegen. In beiden Fällen kann der Darmkrebs in der Regel nicht mehr geheilt werden. Von 100 Patienten mit Darmkrebs und Lebermetastasen leben nach 5 Jahren noch 5 Patienten! Wird der Darmkrebs im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung erkannt, kann er fast immer noch geheilt werden. Von 100 Patienten mit einem Darmkrebs in einem frühen Stadium leben nach 5 Jahren noch 90-95 Patienten!

Ein anderes Beispiel ist der Nierenkrebs. Er verursacht erst sehr spät Schmerzen oder einen blutigen Urin. Wenn er in diesem Stadium entdeckt wird, kann er meistens nicht mehr chirurgisch vollständig entfernt werden. Leider ist die Chemotherapie wirkungslos. Von 100 Patienten mit Nierenkrebs und Metastasen leben nach 5 Jahren weniger als 5 Patienten! Durch eine Vorsorge-Ultraschalluntersuchung kann der Nierenkrebs zuverlässig in einem frühen Stadium, in dem er noch auf die Niere begrenzt ist, erkannt werden. Von 100 dieser Patienten leben nach 5 Jahren noch 70-80! Bei anderen Krebserkrankungen ist die Früherkennung ähnlich wichtig wie bei diesen beiden Erkrankungen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, die nebenstehend aufgeführten Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen.


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Krebsfrüherkennung bei Männern

Zur Früherkennung von Hoden-, Prostata-, Enddarm- und Lymphknotenkrebs sollten Männer ab dem Alter von 45 Jahren einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen (wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt). Diese Untersuchung wird häufig zusammen mit der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung durchgeführt (Gesundheits-Check).

Hautkrebsfrüherkennung

Die Hautkrebsfrüherkennung ist einfach und effektiv. Der Arzt inspiziert die gesamte Haut und kann so auch kleine Hautkrebse erkennen. Durch frühzeitiges Entfernen von Hautkrebsen kann der Patient geheilt werden. Diese Untersuchung wird ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Vorsorge-Darmspiegelung

Zur Früherkennung von Darmkrebs wird ab dem 56. Lebensjahr eine Vorsorgedarmspiegelung empfohlen, die nach 10 Jahren wiederholt werden sollte. Durch diese Untersuchung kann der Darmkrebs bereits im frühen Entwicklungsstadium sicher erkannt und einer Behandlung zugeführt werden (wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt).

Stuhlteste zur Darmkrebsfrüherkennung

Durch Nachweis von Blut im Stuhl mittels Testbriefen kann in manchen Fällen ein Darmkrebs frühzeitig erkannt werden (wird von der gesetzlichen Krankenkasse ab dem 51. Lebensjahr bezahlt). Ca 60% der Darmkrebse bluten jedoch nicht und können deshalb mit dieser Methode auch nicht erkannt werden. Die Untersuchung auf Blut im Stuhl ist deshalb kein Ersatz für die Vorsorge-Darmspiegelung. Es gibt jetzt auch bessere Stuhlteste, mit deren Hilfe Darmkrebse deutlich häufiger erkannt werden (z. B. M2-PK-Stuhltest). Diese Teste werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.

Ultraschall von Bauch und Schilddrüse

Zur frühzeitigen Diagnose von Krebserkrankungen der Nieren, der Nebennieren, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege und –blase, der Milz, der Bauch- und Halslymphknoten, der Schilddrüse und der Nebenschilddrüsen ist eine jährliche Ultraschalluntersuchung durch einen erfahrenen Untersucher sinnvoll. Dabei können auch andere Erkrankungen erkannt werden: z.B. Entzündungen der genannten Organe und des Darmes, Zysten, Gallen- und Nierensteine, Fehlbildungen, Erweiterungen der Bauchschlagader, Blutgerinnsel, etc. Diese Vorsorgeuntersuchung wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Labor-Vorsorgeuntersuchung

In manchen Fällen verursacht eine Krebserkrankung schon zu einem Zeitpunkt eine Veränderung der Blutwerte, zu dem man sie in der Ultraschalluntersuchung noch nicht feststellen kann. Wir empfehlen Ihnen deshalb eine jährliche Untersuchung der Blutwerte. Damit können auch frühzeitige Hinweise auf eine Vielzahl anderer Erkrankungen gewonnen werden. Detaillierte Informationen über die einzelnen Laborwerte finden Sie unter "Labor-Checks".

Tumormarker

Tumormarker sind spezielle, im Blut befindliche Stoffe, die von bestimmten Krebsarten produziert werden. Leider sind sie bis auf eine Ausnahme zur Früherkennung von Krebserkrankungen nicht geeignet! Sie werden hauptsächlich in der Verlaufskontrolle verschiedener Krebserkrankungen eingesetzt. Der einzige zur Vorsorge geeignete Tumormarker ist das Prostata-Spezifische Antigen (PSA). Eine Erhöhung des PSA-Wertes kann auf einen Prostatakrebs hinweisen, er kann aber auch aus anderer Ursache erhöht sein. Bei erhöhtem PSA sollte zur weiteren Abklärung eine Probeentnahme aus der Prostata mittels einer Nadel durchgeführt werden. Die Bestimmung des PSA-Wertes wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Urinuntersuchung

Die einfache Urinuntersuchung auf Blut und Eiweiß ist eine sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung und ist Bestandteil der gesetzlichen Vorsorge. Blut und Eiweiß im Urin können auf Erkrankungen der Harnwege hinweisen. Zur frühen Erkennung des Harnblasenkrebses können wir den Urin zusätzlich auf ein bestimmtes Eiweiß untersuchen (NMP22). Mit diesem Test erkennt man 90 Prozent der Harnblasenkarzinome.