1. Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon)

Ultraschall zur Schwangerschaftsfeststellung. Sie haben einen positiven Schwangerschaftstest und möchten gern sehen, dass Sie schwanger sind und auch wissen, dass "alles in Ordnung" ist. Schon frühzeitig kann dazu eine Aussage gemacht werden.  Der Nachweis einer Einnistung in der Gebärmutterhöhle ist eine sehr wichtige Aussage und gelingt zumeist schon ab der 4. Schwangerschaftswoche (SSW), der Nachweis des Embryos ab der 5. SSW und die ersten Herzaktionen sind gegen Ende der 6. SSW zu erkennen. Zudem lässt sich feststellen, ob es sich um eine Einlingsschwangerschaft oder eine Mehrlingsschwangerschaft handelt. Die sogenannten Mutterschafts­richtlinien, die alle Vorsorgeuntersuchungen verbindlich vorgeben, sehen die Durchführung von insgesamt drei Ultraschalluntersuchungen zwischen der 9. und 12. SSW, zwischen der 19. und 22. SSW und zwischen der 29. und 32. SSW vor. 

Pränataldiagnostik. Es besteht schon frühzeitig in der Schwangerschaft die Möglichkeit, Fehlbildungen bzw. Hinweise auf Fehlbildungen beim Feten festzustellen. Dazu unterscheiden wir invasive (risikobehaftete) von nicht invasiven (risikofreie) Methoden.

Invasive Methoden sind die Amniocentese (Fruchtwasserpunktion) oder die Chorionzottenbiopsie (Entnahme von Gewebe des Mutterkuchens). Dabei wird die Erbsubstanz des Feten auf die häufigsten Chromosomenanomalien, wie die Trisomie 21 (Down-Syndrom) und Störungen der Chromosomen 13 oder 18 (Kinder sind häufig nicht lebensfähig) untersucht. Diese Untersuchungen bergen aber das Risiko einer Fehlgeburt von 1:100 bis 1:500. 

Eine risikofreie Untersuchung ist dagegen das sogenannte Ersttrimester-Screening: NT-Messung (Nackentransparenz) mit Speziallabordiagnostik in der 11+0 bis 13+6 SSW. Durch die Fortschritte in der Ultraschall-Technik hat man Anfang der 1990er Jahre entdeckt, dass alle Kinder in der 12. bis 14. SSW eine kleine Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Nackens haben. Man hat dies "Nackentransparenz"  oder "Nackenödem" genannt. Je nach Größe des Kindes sind 0,8 bis 2,5mm NT normal. Diese NT ist bei einem Großteil der Kinder mit Trisomie 21, mit anderen chromosomalen Störungen  oder mit Herzfehlern vergrößert.

Wird die NT-Messung mit Blutwerten (PAPP-A und freies beta-hCG), mütterlichem Alter und Schwangerschaftsalter  kombiniert , kann das kindliche Risko für eine  Trisomie 21 bestimmt werden. Diese Untersuchung kann noch mit dem sogenannten Quadruple-Test in der 14+0 bis 19+6 SSW (optimal 15+0 bis 17+6) kombiniert werden. Hierbei werden vier weitere Blutwerte untersucht: AFP, hCG, freies Estriol und Inhibin A. Dadurch wird die Erkennungsrate für eine Trisomie 21 auf 95 % erhöht. Vielen Schwangeren erleichtert diese risikolose nichtinvasive Untersuchung die Entscheidung für oder gegen eine Fruchtwasserpunktion.

Der Entschluss der Schwangeren bzw. des Paares eine Fruchtwasserpunktion bzw. Chorionzottenbiopsie oder überhaupt eine Pränataldiagnostik durchführen zu lassen, hängt von verschiedenen sehr persönlichen Entscheidungen ab. Zunächst sollten Sie sich im Klaren sein, ob Sie im Falle einer Störung (wie beispielsweise der Trisomie 21 mit sehr unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder) überhaupt eine Konsequenz ziehen würden.  

Infektionen in der Schwangerschaft. Grundsätzlich spielen Infektionen in der Schwangerschaft eine große Rolle, da sie auch immer mehr oder weniger mit einem Infektionsrisiko für Gebärmutter, der Plazenta, der Fruchtblase und des ungeborenen Kindes verbunden sind. Deshalb sehen die Mutterschaftsrichtlinien verschiedene Untersuchungen vor: Urinuntersuchung auf einen symptomlosen Harnwegsinfekt, Laboruntersuchung auf Röteln, HIV, Syphilis, Chlamydien und Hepatitis B.

Als Screeningmethode wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung die pH-Messung des Scheidenmilieus durchgeführt. Sie können selbst regelmäßig den Wert des Scheiden-pH messen. Dafür gibt es in den Apotheken spezielle Handschuhe mit pH-Papier und einer genauen Gebrauchsanweisung.

Es ist wichtig, schon vor der Schwangerschaft den aktuellen Impfstatus zu kontrollieren und ggf. eine Grundimmunisierung oder Auffrischimpfung durchzuführen.Um sich ein Bild Ihres Impfstatusses zu machen, bringen Sie bitte Ihren Impfausweis zur ersten Vorsorgeuntersuchung mit.

Während der Schwangerschaft gibt es weitere gefährliche Infektionen, die insbesondere bei Erstinfektion in der Schwangerschaft zu schwerwiegenden Problemen führen können und auf die nicht im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien untersucht wird. Hierbei handelt es sich um Toxoplasmose, Cytomegalie-Virus (CMV), Windpocken und Ringelröteln. Durch eine Laboruntersuchung kann festgestellt werden, ob sie die Infektion bereits durchgemacht haben und damit immun sind.

Bei einer Toxoplasmose-Infektion kommt es zum Übergang der Parasiten (Toxoplasma gondii)auf das Ungeborene und kann zum Tod oder zu schweren Schädigungen des Kindes führen (Wasserkopf, Verkalkungen im Gehirn, Chorioretinits). Die Parasiten werden durch rohes Fleisch und älteren Katzenkot (3Tage) übertragen. Durch eine richtige Ernährung und Hygiene kann eine Übertragung weitgehend vermieden werden (siehe Merkblatt)!

Auch CMV-Infektion kann bei Erstinfektion in der Schwangerschaft  schwerwiegende Folgen für das Kind haben. Es kann zur Fehlgeburt, zum Fruchttod oder zu Fehlbildungen führen.

Schilddrüsen-Erkrankungen haben Auswirkungen auf den Verlauf einer Schwangerschaft und die gesamte Entwicklung des Feten. Schon bei einer milden oder asymptomatischen Unterfunktion der Schilddrüse ist das Risiko für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt erhöht. Weiter haben die Kinder gehäuft ein vermindertes Geburtsgewicht, weisen eine erhöhte Missbildungsrate auf und eine eingeschränkte intellektuelle Entwicklung ist zu befürchten. Durch eine einfache TSH-Bestimmung kann frühzeitig eine Schilddrüsen-Unterfunktion erkannt und behandelt werden.